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LutĂn
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LutĂn (deutsch Luttein) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt neun Kilometer sĂĽdwestlich des Stadtzentrums von Olomouc und gehört zum Okres Olomouc.
Contents
• Geographie
• Geschichte
• Weblinks
• Einzelnachweise
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Geographie
LutĂn befindet sich rechtsseitig des Flusses Blata in der Obermährischen Senke (HornomoravskĂ˝ Ăşval). Das Dorf liegt an der EinmĂĽndung der Deštná in den Blata-Zufluss Slatinka. Im Osten erheben sich die Pod Lipkou (Oberpolipka, 275 m) und die Na Skále. Westlich des Dorfes verläuft die Bahnstrecke ÄŚervenka – ProstÄ›jov, von der eine Anschlussbahn in das sĂĽdlich des Dorfes gelegene Industriegebiet fĂĽhrt. Die nächste Bahnstation ist TĹ™ebÄŤĂn.
Nachbarorte sind LubÄ›nice, Těšetice und ĂšstĂn im Norden, Topolany und HnÄ›votĂn im Nordosten, NedvÄ›zĂ und KoĹľušany-Tážaly im Osten, Ĺ˝erĹŻvky und Olšany u ProstÄ›jova im SĂĽdosten, DrĹľovice und SmrĹľice im SĂĽden, Sudenec, Kaple, TĹ™ebÄŤĂn und Heneberk im SĂĽdwesten, Slatinice im Westen sowie Drahanovice im Nordwesten.
Geschichte
Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes Lutin erfolgte im Jahre 1234. Der Ortsteil TĹ™ebÄŤĂn ist bereits seit 1131 schriftlich nachweisbar. Im Jahre 1256 wurde der Ort als Lutyn, 1399 als Luthin, 1414 als Hlutin, 1483 als LuÄŤin, ab 1751 als Lutein bzw. Luttein und 1771 als Lutinium bezeichnet.cite-ref-3[3] Im 15. Jahrhundert entstand um die Rechte an dem auch als hannakische Steppe bezeichneten Sumpfweideland Blata ein langandauernder Streit zwischen den anliegenden Dörfern. Dieser beschäftigte auch das Landesgericht und schlieĂźlich Kaiser Rudolf II. Beigelegt wurde der ĂĽber 200 Jahre andauernde Streit schlieĂźlich 1620, als sich die Untertanen der Dörfer zum Gehorsam gegenĂĽber ihren Obrigkeiten erklärten. LutĂn gehörte zu den GĂĽtern des OlmĂĽtzer Domkapitels, TĹ™ebÄŤĂn dem OlmĂĽtzer Klarissenkloster. Während des DreiĂźigjährigen Krieges hielten die Schweden von 1642 bis 1650 die Gegend besetzt. Die Matriken fĂĽr LutĂn werden seit 1720 in Latein gefĂĽhrt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb das Dorf immer dem OlmĂĽtzer Kapitel untertänig.
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete LutĂn/Luttein ab 1850 eine Gemeinde in der Bezirkshauptmannschaft OlmĂĽtz. Die Bewohner des Dorfes lebten von der Landwirtschaft. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichteten LudvĂk Sigmund und seine Söhne in LutĂn eine Fabrik fĂĽr Pumpen. Ab 1921 gehörte die Gemeinde zum Okres Olomouc-venkov. Seit den 1920er Jahren expandierte die Pumpenfabrik BrĂĽder Sigmund zu einem GroĂźunternehmen. Am sĂĽdlichen Ortsrand entstanden groĂźe Werksanlagen mit eigenen Bahnanschluss. DafĂĽr machte sich eine Verlegung der Deštná erforderlich, die westlich an LutĂn vorbei in die Slatinka geleitet wurde. 1926 nahm die Buslinie OlmĂĽtz – Nebotein – Luttein – Latein den Verkehr auf. Ab 1949 gehörte die Gemeinde zum Okres Olomouc-okolĂ und seit 1961 gehört zum Okres Olomouc. Die Eingemeindung von TĹ™ebÄŤĂn mit Heneberk erfolgte 1980. Mit dem Konkurs von Sigma LutĂn endete 1996 die Pumpenproduktion in LutĂn. Seit 2001 fĂĽhrt die Gemeinde ein Wappen und Banner.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde LutĂn besteht aus den Ortsteilen LutĂn (Luttein) und TĹ™ebÄŤĂn (Trepschein)cite-ref-4[4] sowie der Ortslage Heneberk (Henneberg).
Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke LutĂn und TĹ™ebÄŤĂn.cite-ref-5[5]
BrĂĽder Sigmund / Sigma LutĂn
Im Jahre 1868 stieg der aus Treppschein stammende LudvĂk Sigmund als Kompagnon in das Geschäft des Brunnenbauers Jan Vychodil ein, der sich bereits seit 40 Jahren auch mit dem Bau von Pumpen beschäftigt hatte. 1876 wurde Sigmund Besitzer der Pumpenfabrik. Sigmunds Sohn Jan trat 1881 als Lehrling in das Unternehmen ein, 1889 ebenfalls sein anderer Sohn František. 1894 ĂĽbernahmen Jan und František Sigmund den väterlichen Betrieb. Seit 1908 firmierte das Unternehmen als BrĂĽder Sigmund – Fabrik fĂĽr Pumpen und Wasserleitungen. Vor dem Ersten Weltkrieg arbeiteten bei Sigmund zwischen 50 und 80 Arbeiter, in den 1920er Jahren begann der Ausbau zu einem GroĂźbetrieb. Unter dem Direktor Jan Sigmund jun. expandierte das Unternehmen nach England und eröffnete 1937 in Newcastle eine Produktionsfiliale, die von Miroslav Sigmund geleitet wurde. Die Aktivitäten in England waren offenbar der Grund dafĂĽr, dass Jan Sigmund jun. nach der deutschen Besetzung verhaftet und 1942 nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich im BrĂĽnner Kaunitz-Kolleg hingerichtet wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen verstaatlicht und zusammen mit den Firmen AntonĂn Kunze in Hranice und Kosmos in Olomouc zu einem Betrieb Sigma zusammengeschlossen. Später wurde das Unternehmen als Sigma LutĂn Teil des VHJ Sigma Olomouc. Sigma LutĂn wurde 1990 privatisiert und ging 1996 in Konkurs. Damit endete die Pumpenherstellung in LutĂn. Die daraus neugebildete Gesellschaft Sigma Group a.s. mit dem Tochterunternehmen Sigma pumpy Hranice s.r.o. wurde 2002 an die zypriotische TZ Stones Mining Limited verkauft.
Das englische Unternehmen Sigmund Pumps, das vor allem für Feuerlöschpumpen und Maschinengewehre bekannt wurde, wurde durch Miroslav Sigmund nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Newcastler Produktionsfiliale aufgebaut.
SehenswĂĽrdigkeiten
• Kapelle des hl. Florian in TĹ™ebÄŤĂn
• Kapelle des hl. Florian am ehemaligen Militärmagazin, sĂĽdlich von LutĂn unweit der StraĂźe nach Olšany
• Kapelle Mariä Himmelfahrt in LutĂn, errichtet 1756
• Kapelle mit Statue Mariä Erwartung, zwischen TĹ™ebÄŤĂn und Heneberk
• Steinerne Engelsstatue, an der StraĂźengabelung nach Slatinice und TĹ™ebÄŤĂn
• aus Lindenholz geschnitzte Madonna mit Jesuskind
• aus Lindenholz geschnitzte Madonna mit Heiligenschein, sie befindet sich in der Ausstellung des Olmützer Kunstmuseums
• Nationales Naturreservat Na skále mit Steppenflora im ehemaligen Kalksteinbruchgebiet östlich des Dorfes
Söhne und Töchter der Gemeinde
• LudvĂk Sigmund (1836–1899), Unternehmer und GrĂĽnder der Pumpenfabrik LutĂn, geboren in TĹ™ebÄŤĂn
• Rudolf Mlčoch (1880–1948), tschechoslowakischer Politiker, geboren in Heneberk
• Miroslav Sigmund (1907–2004), englischer Unternehmer, Ehrendoktor der Technischen Hochschule Brünn
Weblinks
Commons
: LutĂn
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
cite-note-11. http://www.uir.cz/obec/503657/Lutin
cite-note-22. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB)
cite-note-33. ↑ MĂstopisnĂ˝ rejstĹ™Ăk obcĂ ÄŤeskĂ©ho Slezska a severnĂ Moravy (S. 338–339) (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂĽft. Bitte prĂĽfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.archives.cz (PDF; 2,2 MB)
cite-note-44. ↑ http://www.uir.cz/casti-obce-obec/503657/Obec-Lutin
cite-note-55. ↑ http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/503657/Obec-Lutin